Rubrik: Ziele
Ziele setzen und erreichen: So planst du deinen finanziellen Erfolg
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(Bild: Pixabay, Author: Wokandapix. Bild wurde weiter bearbeitet.)
Das Wichtigste in Kürze
In diesem Beitrag geht es um ein Thema, mit welchem ich mich sowohl beruflich als auch privat täglich beschäftige: Finanzpläne erstellen und (finanzielle) Ziele erreichen. Es ist im Übrigen erstaunlich, wie ähnlich sich im Grunde die Eigenschaften erfolgreicher Unternehmensfinanzpläne und guter persönlicher Finanzpläne sind. Nachfolgend gehe ich hauptsächlich auf die private Finanzplanung ein, ziehe dabei aber immer wieder Parallelen zu meiner beruflichen Erfahrung als CFO.
Wie immer zunächst das Wichtigste in Kürze:
- Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen finanzieller Planung und finanziellem Erfolg. Willst du erfolgreich Vermögen aufbauen, solltest du dir klare Ziele setzen und diese in einem persönlichen Finanzplan verankern.
- Sparen ist eines der häufigsten Finanzziele, wobei man zwischen Konsumsparen und Vermögensaufbau unterscheiden muss. Wer seine finanzielle Situation nachhaltig verbessern will, der sollte ausreichend Sparmasse in den nachhaltigen Vermögensaufbau stecken.
- Bei der Zielsetzung kommt es auf zwei wesentliche Faktoren an: das Ziel muss dir persönlich wichtig sein, und das Ziel muss „SMART“ sein. Das steht für spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitgebunden.
- Ein erfolgreicher Finanzplan besteht aus Maßnahmen, die umsetzbar, systematisch und zielführend sind. Ziele und Maßnahmen sollten schriftlich festgehalten und in den Alltag eingebunden werden.
Warum du einen Finanzplan brauchst
Laut einer U.S. Umfrage von Charles Schwab aus dem Jahr 20181 hat nur einer von vier Amerikaner einen persönlichen Finanzplan. Meiner Erfahrung nach scheint mir das sogar recht optimistisch, und wird hierzulande nicht viel anders sein.
Als man die Teilnehmer ohne Finanzplan fragte, warum sie keinen haben, fanden 45%, es lohne sich nicht, da sie nicht genug Geld hätten. 20% sagten, ein Finanzplan sei zu kompliziert, und weitere 20%, dass sie noch nicht darüber nachgedacht oder keine Zeit haben.
Dabei ist finanzielle Planung auch dann besonders wichtig, wenn man (noch) nicht so viel Geld oder gar Schulden hat – zumindest, wenn man seine finanzielle Lage verbessern will, denn das geschieht in der Regel nicht von alleine. Zu wenig Geld für einen Finanzplan gibt es also nicht.
Auch kompliziert muss er nicht sein: die einfachste Form eines effektiven Finanzplans erfordert nicht viel mehr als seine Einnahmen und Ausgaben zu kennen, und sie so zu steuern, dass monatlich ein bestimmter Überschuss bleibt. Und was Zeit angeht, so ist alles immer eine Frage der Prioritäten…
Der wirkliche Grund wird in den meisten Fällen wohl eher mangelnder Antrieb sein, sich mit seiner finanziellen Situation auseinanderzusetzen, und aktiv etwas dafür zu tun, sie zu verbessern.
Dabei zeigt o.g. Umfrage einige bedeutende Unterschiede zwischen Befragten mit und ohne Finanzplan auf. Zum Beispiel schaffen es 75% der Planer, monatlich ihre Rechnungen zu zahlen und noch etwas zu sparen, was nur auf ein Drittel der Nicht-Planer zutrifft. Auch haben knapp zwei Drittel der Planer einen Notfallfonds für unerwartete Ausgaben, oder falls Einnahmen einmal wegfallen. Das schafft nicht mal jeder Vierte Nicht-Planer. Insgesamt empfinden doppelt so viele Planer als Nicht-Planer, dass sie ihre Finanzen unter Kontrolle haben, und dreimal so viele sind zuversichtlich, ihre finanziellen Ziele zu erreichen.
Aber warum ist das so? Warum sind Leute mit (finanziellen) Zielen und einem Plan, wie sie diese erreichen wollen, in der Regel (finanziell) erfolgreicher, als Leute ohne klare Ziele?
Ganz einfach: es gibt nur wenige Situationen im Leben, in denen einem Geld zufliegt. Wer nicht im Lotto gewinnt oder ein Vermögen erbt, muss es wohl oder übel verdienen. Wer ein kleines oder größeres Vermögen aufbauen will, muss dann noch sicherstellen, dass er ausreichend vom verdienten Geld beiseitelegt. Auch das passiert bei den wenigsten Menschen automatisch. Wer schließlich Geld gespart hat, und dieses weiter systematisch und dauerhaft vermehren möchte, kann auch nicht einfach ins Casino gehen und „alles auf Rot setzen“.
Ohne finanzielle Ziele und einen Plan, wie du sie erreichst, kannst du je nach Einkommen und Ausgabeverhalten vielleicht ganz gut „klarkommen“. Dafür wirst du meistens bist zum Rentenalter arbeiten müssen, und danach von deiner Rente abhängig sein. Wenn es dumm läuft, könntest du auch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Dass zu zufällig finanziell unabhängig oder gar vermögend wirst, ist dafür sehr unwahrscheinlich. Deshalb sollte es nicht erstaunen, dass die meisten wohlhabenden Menschen einen Finanzplan haben.
Im Übrigen kenne ich auch kein Unternehmen (geschweige denn ein erfolgreiches), welches keinen ausführlichen Finanzplan hat. Zur Erreichung finanzieller Ziele wie Wachstum oder Profitabilitätssteigerung ist dieser unerlässlich. Er ist ein Leitfaden, der alle getroffenen Entscheidungen und umgesetzten Maßnahmen darauf ausrichtet, diese Ziele zu erreichen. Ohne Plan wäre die Pleite früher oder später vorprogrammiert. Wer privat finanziellen Erfolg sucht, darf nicht anders denken, als der Unternehmer seiner Ich-AG.
Da du gerade diesen Beitrag liest, gehe ich nicht davon aus, dass du zu den Menschen gehörst, die angeblich (oder tatsächlich?) „kein Interesse“ an Geld haben. Ich gehe auch nicht davon aus, dass es dein Ziel ist, „ganz gut klarkommen“. Willst du mehr erreichen, dann steht fest: du brauchst klare Ziele und einen persönlichen Finanzplan.
Falls du schon einen hast, ausgezeichnet! Nachfolgend kannst du prüfen, ob du ihn vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch weiter verbessern oder ausbauen kannst. Falls du noch keinen hast, kein Problem! Hier zeige ich dir, wie du für dich sinnvolle Ziele setzt, und einen Plan erstellst, den du mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichst. Davor möchte ich noch kurz einige gängige Finanzziele präsentieren, und dabei auf den wichtigen Unterschied zwischen Konsum und Vermögensaufbau eingehen.
Finanzielle Ziele unterscheiden: Konsum vs. Vermögensaufbau
Laut einem von The Motley Fool auf Focus Online2 veröffentlichten Artikel sind die häufigsten finanziellen Ziele Schulden abzahlen und Sparen. Aber Achtung: Schulden sind nicht gleich Schulden, und Sparen ist nicht gleich Sparen. Man muss immer unterscheiden, ob das Ziel Konsum oder Vermögensaufbau ist. Dem Focus Artikel zufolge sparen Menschen hauptsächlich für den Ruhestand, auf eine Anzahlung (z.B. Immobilie), für einen Notfallfonds, für die Bildung der Kinder, für ein Auto oder für den Urlaub.
(Bild: Pixabay, Author: Andreas Breitling. Bild wurde weiter bearbeitet.)
Konsum oder Vermögensaufbau?
Einen Notfallfonds zu bilden, sprich genügend Geld beiseite zu legen, um mindestens 3-6 Monate ohne aktives Einkommen klarzukommen, ist eine grundlegende und sinnvolle Form des Konsumsparens. Hier geht es darum, deinen Lebensstandard temporär halten zu können, wenn eine unerwartete finanzielle Belastung auf dich zukommt.
Sparst du hingegen auf dein Traumauto oder einen besonderen Urlaub, dann arbeitest du daran, deinen Lebensstandard zu erhöhen. Beides sind typische Beispiele des Konsumsparens. Dieser Ansatz ist unbestreitbar vernünftiger, als einen Konsumkredit aufzunehmen, dennoch gibt es gewisse Ähnlichkeiten. Anstatt dir etwas zu kaufen, was du dir nicht leisten kannst, und es danach abzubezahlen, zahlst du es in Form von Sparraten zuerst ab (an dich selbst), und leistest es dir dann. Das spart Zinsen und hat auch den Vorteil, dass du nicht so leicht in einen Kaufrausch hineingerätst. Dennoch solltest du dir darüber bewusst sein, dass diese Form des Sparens nur deinem Konsum und nicht deinem Vermögensaufbau dient.
Sparst du auf eine Immobilie, bzw. nimmst du einen Immobilienkredit auf, dann kommt es darauf an. Kaufst du ein Mietobjekt, oder erwirbst du gezielt eine Immobilie, um ihren Wert zu steigern, damit du sie irgendwann gewinnbringend verkaufen kannst, handelt es sich um eine Investition zum Vermögensaufbau. Kaufst du dir jedoch ein Eigenheim, und gibst hier und da Geld aus, um es dir „schön zu machen“, dann fallen zumindest die Ausgaben, welche nicht langfristig zur Immobilienwertsteigerung beitragen, in die Kategorie Konsumausgaben.
Sparen für den Ruhestand dient per Definition erstmal dem Vermögensaufbau, aber auch hier lassen sich verschiedene Ansätze unterscheiden. Legst du monatlich Geld zurück, damit du bis zur Rente eine bestimmte Summe hast, von der du (voraussichtlich) bis an dein Lebensende auskommen kannst? Oder möchtest du (gerne auch schon vor 65) in Rente gehen, und von deinen Kapitalerträgen leben können, ohne dabei nach und nach dein Vermögen aufzuzehren? Ersteres ist dann am Ende doch wieder nur Sparen für den späteren Konsum, während letzteres zu nachhaltigem Vermögensaufbau führt.
Sparst du für die Bildung deiner Kinder oder deine eigene Weiterbildung ist das eine Investition, solange das Ziel besteht, mit dem erlangten Wissen mehr Geld zu verdienen bzw. Vermögen aufzubauen. In vielen Ländern wie den USA aber auch Frankreich ist es üblich, Kredite für die Finanzierung des Studiums aufzunehmen. Das macht man mit Blick auf einen besser bezahlten Job, mit welchem man zunächst den Kredit zurückzahlen und dann Vermögen aufbauen kann. Willst du hingegen aus eigenem Interesse Malen oder Kochen lernen, ist der entsprechende Kurs eine Konsumausgabe.
Fazit:
Schulden abbauen bzw. Geld sparen ist nie falsch. Du solltest dir aber immer darüber im Klaren sein, was dein Ziel ist: Konsum oder Vermögensaufbau? Gegen Konsumsparen ist nichts einzuwenden, du solltest es aber als das sehen, was es ist: eine (zukünftige) Ausgabe. Daher solltest du darauf achten, dass ausreichend Sparmasse in den nachhaltigen Vermögensaufbau fließt. Gute Investitionen bringen dir zusätzliches Geld ein und/oder nehmen mit der Zeit an Wert zu.
Neben den genannten spezifischen Finanzzielen streben auch immer mehr Menschen nach finanzieller Freiheit. Da das ein umfassendes Thema für sich ist, habe ich dazu auch einen separaten Beitrag geschrieben, in welchem ich unter anderem bespreche, was man unter finanzieller Unabhängigkeit versteht, ob sie an sich ein sinnvolles Finanzziel ist, und welche Wege es gibt, sie zu erreichen.
In diesem Beitrag möchte ich dir aber als nächstes ein paar Tipps geben, wie du für dich sinnvolle Ziele definierst, und einen Plan aufstellst, wie du diese erreichst.
Wie du dir effektive Finanzziele setzt und sie erreichst
Dass Ziele und ein Plan, wie man sie erreicht, für finanziellen Erfolg eine wichtige Rollen spielen, wissen wir ja bereits. Aber nicht jedes Ziel und nicht jeder Plan bringt dich dem Erfolg gleichermaßen näher. Im Folgenden möchte ich darauf eingehen, was genau „effektive“ Ziele und „erfolgreiche“ Pläne ausmacht.
Finanzielle Ziele müssen persönlich und SMART sein
Bei der Zielsetzung kommt es auf zwei wesentliche Faktoren an: erstens, das Ziel muss dir persönlich wichtig sein, und zweitens, das Ziel muss „SMART“ sein.
Mach dein Ziel persönlich
Ein ambitioniertes Ziel, für welches du nicht brennst, wirst du nicht oder selten erreichen. Jedes anspruchsvolle Vorhaben erfordert Opfer und Durchhaltevermögen. Diese machen auf Dauer nur Sinn, wenn es DIR das Ziel wirklich wert ist. Das ist eine sehr persönliche Frage, die du für dich ehrlich beantworten muss. Es gibt viele Dinge im Leben, die man gerne hätte. Aber wofür wäre man auch tatsächlich bereit, über längere Zeit (richtige) Opfer zu erbringen?
Erfolg erfordert harte Arbeit. Deine Ziele müssen die Opfer wert sein.
(Bild: Pixabay, Author: unbekannt. Bild wurde weiter bearbeitet.)
Das mediane Nettovermögen für Erwachsene in Deutschland lag 2017 bei ca. 26‘000 EUR3. Das bedeutet, dass die Hälfte der Deutschen mehr, und die andere Hälfte weniger als diesen Betrag besaßen. Obwohl 108‘000 EUR das durchschnittliche Nettovermögen war, besaßen 75% aller Deutschen weniger. Nur ca. 1% der Erwachsenen hatten über 1 Million Euro.
Würde man die 75% fragen, ob sie gerne zu den 1% der Millionäre gehören würden, würden wohl nur die Wenigsten dankend ablehnen. Und dennoch gibt es ebenso wenige, die bereit wären, für diese Million die erforderlichen Opfer zu erbringen. Über Jahre hinweg abends und am Wochenende arbeiten statt Fernsehen und Freunde treffen? Andauernd etwas neues Lernen und neue Herausforderungen bewältigen? Auf das neuste iPhone oder ein cooles Auto (zumindest vorerst) verzichten? Für die meisten heißt es: „Nein danke!“. Dann doch lieber keine Million, und dafür Zeit, „das Leben zu genießen“. Und nur um das klar zu stellen: dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden!
Der Punkt ist: setze dir nur Ziele, die du WIRKLICH erreichen möchtest. Gerade wenn es um Geld geht, ist es leicht, mehr zu wollen. Aber bist du auch bereit, dafür „alles“ zu geben?
Bei finanziellen Zielen sollte es nicht primär um einen Betrag gehen, sondern darum, was man emotional damit verbindet. Für manche ist das Ziel, einen bestimmten Lebensstandard für sich und ihre Familie zu erreichen. Für andere geht es um finanzielle Freiheit, also von ihrem Kapital leben zu können, ohne arbeiten gehen zu müssen. Für andere wiederrum ist Geld ein Maß des persönlichen Erfolges: es treibt sie jeden Tag an, sich selbst zu übertreffen. Keines dieser Ziele ist absolut betrachtet gut oder schlecht. Die einzige Frage ist: was treibt DICH an?
Mach dein Ziel SMART
Wenn du das weißt, stehen deine Chancen bereits sehr gut, deine Ziele zu erreichen. Darüber hinaus geht es mehr um die Methode, wie du deine Ziele effektiv definierst. Du solltest deine Ziele möglichst „SMART“ definieren:
- Specific (spezifisch)
- Measurable (messbar)
- Attainable (erreichbar)
- Relevant (relevant)
- Time-bound (zeitgebunden)
Die SMART-Methode wird auch in Unternehmen weitläufig eingesetzt, und zwar nicht nur für Finanzziele, sondern allgemeiner für Unternehmensziele, Abteilungsziele und Mitarbeiterziele. Es gibt davon verschiedene Variationen, aber die Grundeigenschaften von effektiven Zielen sind immer die gleichen.
Ein Ziel muss spezifisch sein: du musst genau festlegen, was du erreichen willst. Nur so kannst du danach auch einen Plan definieren, wie du es erreichst. Zum Beispiel wäre es nicht ausreichend, sich als Ziel zu setzen, finanziell frei zu werden. Was bedeutet das überhaupt für dich? Manche kommen mit €1‘000 im Monat klar, andere brauchen €5‘000 – das ist ein riesiger Unterschied, wenn es darum geht, ausreichend Vermögen aufzubauen, um z.B. aus Kapitalerträgen leben zu können.
Ein Ziel muss messbar sein: du musst jederzeit in der Lage sein zu sehen, ob du auf dem Weg bist, dein Ziel zu erreichen. Nur so bleibst du dauerhaft motiviert und kannst rechtzeitig eingreifen, wenn du nicht mehr auf Erfolgskurs bist. Dazu musst du ggf. ein großes Ziel in kleinere Zwischenziele und Zeiteinheiten herunterbrechen. Wer sich vornimmt, bei Rentenantritt das Eigenheim abbezahlt und daneben ein bestimmtes liquides Nettovermögen aufgebaut zu haben, der sollte niederschreiben, welches Zwischenziel er dazu jedes Jahr erreichen muss. Im aktuellen Jahr sollte er diese Ziele sogar auf Monate herunterbrechen, um den Fortschritt regelmäßig messen zu können.
Ein Ziel muss erreichbar und relevant sein. Das Thema Relevanz haben wir oben bereits ausführlich besprochen. Hier geht es darum, dass dir das Ziel persönlich wichtig ist, und dass du bereit bist, die erforderlichen Opfer zu erbringen, um es zu erreichen. Gleichzeitig muss es aber auch erreichbar sein. Damit ist nicht gemeint, dass es einfach sein muss, denn wäre es das, dann hättest du dir wahrscheinlich das falsche Ziel gesetzt. Vielmehr solltest du sicherstellen, dass es einen Plan gibt, wie du dieses Ziel erreichen kannst, der weitestgehend in deiner Kontrolle liegt. Dabei darfst du gerne etwas konservativ mit deinen Annahmen sein. Anstatt mit 30 anzunehmen, dass deine Ausgaben bis an dein Lebensende €1‘500 (plus Inflation) nie übersteigen werden, rechne lieber gleich mit höheren Wachstumsraten bei den Kosten, und stelle dann sicher, dass die Einnahmenseite entsprechend nachzieht. So setzt du gleich von Anfang an richtig Kurs an.
Außerdem muss ein Ziel zeitgebunden sein. Bist du heute 30, dann macht es ebenfalls einen großen Unterschied, ob du mit 40 finanziell frei sein, oder mit 67 ohne staatliche Rente auskommen willst. Ein spezifisches Ziel wäre z.B., dass du mit 40 ein Vermögen von €500‘000 aufgebaut haben möchtest. Das möchtest du so anlegen, dass du eine Jahresnettorendite von 6% erzielst und damit €2‘500 pro Monat zum Leben hast, ohne dein Kapital anzutasten.
Jetzt wo wir wissen, was effektive Ziele ausmacht, schauen wir uns als nächstes an, wie man diese in einen erfolgreichen Finanzplan einbringt.
Was einen erfolgreichen Finanzplan ausmacht
„Ein Ziel zu setzen ist nicht die Hauptsache. Es ist die Entscheidung, wie Du es erreichen willst und wie Du an diesem Plan festhältst.“ (Tom Landry)
Man kann sich darüber streiten, ob das Ziel (WAS du erreichen willst) oder der Plan (WIE du es erreichen willst) die Hauptsache ist. In meiner Erfahrung ist die Kombination entscheidend für den finanziellen Erfolg.
Ohne Ziel kannst du das, was du willst, allein schon deshalb nicht erreichen, weil du es nicht festgelegt hast. Und mit noch größerer Wahrscheinlichkeit wirst du nie dein volles Potenzial ausschöpfen. Ich habe viele Bekannte, die im Alter von 30-40 ein selbst aufgebautes Nettovermögen von €100‘000 oder mehr erarbeitet haben. Viele davon haben ein sehr gutes Einkommen, die meisten haben sich eine Immobilie als Eigenheim gekauft, und über die letzten Jahre von der Wertsteigerung profitiert. Dennoch gehen nur die Wenigsten ihren Vermögensaufbau gezielt an. Sie alle hätten das Potenzial, Millionäre zu werden. Aber nur wenige werden Teil der 1% werden, weil sie es sich nicht zum Ziel gemacht haben.
Hast du dir SMART-Ziele gesetzt, brauchst du „nur“ noch den SMARTEST-Plan, wie du diese erreichst. Ein solcher Plan besteht aus Maßnahmen mit folgenden Eigenschaften:
- Executable (umsetzbar)
- Systematic (systematisch)
- Target-oriented (zielführend)
Maßnahmen müssen umsetzbar sein: klingt logisch, aber was heißt das genau? Hier kommen die drei K-Faktoren zu tragen: (1) Klarheit, (2) Kontrolle und (3) Können.
(1) Klarheit: „Keep It Simple“. Wenn es dir schwerfällt, deinen eigenen Plan zu verstehen, ihn dir zu merken oder ihn mit einfachen Worten jemand anderem zu erklären, dann ist er wahrscheinlich zu kompliziert, um effektiv zu sein. Je einfacher und klarer dein Plan, desto einfacher seine Umsetzung.
(2) Kontrolle: „Focus On What You Can Control“. Was du nicht beeinflussen kannst, kannst du auch nicht umsetzen. Du könntest zur Senkung deiner Fixkosten in eine kleinere Wohnung ziehen, oder zur Erhöhung deiner Einnahmen einen Job suchen, in welchem du das Doppelte verdienst.
Hast du aber eine fünfköpfige Familie und hast du für deine Berufsgruppe bereits ein überdurchschnittliches Gehalt, dann liegen diese Maßnahmen zumindest kurzfristig nicht in deiner Kontrolle.
Frage dich stattdessen, was du direkt beeinflussen kannst. Zum Beispiel, welche anderen Kosten kannst du senken? Welche anderen Einnahmenquellen kannst du anzapfen? Durch welche Weiterbildung würden deine Aussichten auf einen Gehaltssprung steigen?
(3) Können: „Play To Your Strengths“. Es geht nicht darum, nur das zu tun, was man schon kann. Im Gegenteil, um richtig erfolgreich zu sein musst du immer wieder aus deiner Komfortzone herauskommen. Du musst bereit sein, ständig etwas Neues zu probieren und zu lernen. Dennoch solltest du deine Stärken (und Schwächen) kennen. Viele Wege führen nach Rom, aber nicht jeder wird dich dahin führen. Stelle sicher, dass dein persönlicher Fahrplan deine Stärken nutzt und sie weiter ausbaut.
Maßnahmen müssen systematisch, das heißt zuverlässig und wiederholbar, zum Ergebnis führen.
Jede Woche einen Lottoschein zu kaufen ist zum Beispiel nach den zuvor genannten Maßstäben eine sehr gut umsetzbare Maßnahme: sie ist einfach, in deiner Kontrolle und erfordert keine besonderen Fähigkeiten. Dennoch führt sie weder zuverlässig noch wiederholbar zum Erfolg, und ist daher nicht für deinen Finanzplan geeignet. Dasselbe gilt für alle Formen von Spekulationen, die statistisch gesehen nur eine geringe Erfolgswahrscheinlichkeit haben. Alles auf Bitcoin oder eine einzelne Aktie zu setzen, in der Hoffnung, dass der Kurs explodiert, fällt auch in diese Kategorie. Allerdings heißt systematisch nicht risikolos. So kann man mit robusten Dividendenaktien zuverlässig und wiederholbar Dividendeneinkommen kassieren, muss sich dabei aber durchaus den Kursschwankungen der Aktien aussetzen.
Maßnahmen müssen natürlich auch zielführend sein, was nichts anderes bedeutet, als dass ihre konsequente Umsetzung auch tatsächlich zur Zielerreichung führt.
Nehmen wir an, du möchtest mit €100‘000 Kapital jährlich €10‘000 an Kapitaleinkünften generieren, und planst nun als Maßnahme, dein gesamtes Kapital in stabile Dividendenaktien zu investieren. Solide Dividendenunternehmen haben i.d.R. eine Dividendenrendite zwischen 2 und 5%. Selbst wenn du von einer stetigen Wertsteigerung deiner Aktien von ein paar Prozent pro Jahr ausgehst, wäre diese Maßnahme höchstwahrscheinlich nicht zielführend, um dauerhaft 10% pro Jahr zu erzielen. Letztendlich geht es darum, sicherzustellen, dass unter Berücksichtigung realistischer Annahmen die Umsetzung deiner Maßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit zum gewünschte Ergebnis führen wird.
Plane deinen finanziellen Erfolg mit dem SMARTEST Plan
(Bild: eigenes Foto)
Folgt dein Maßnahmenplan diesen Eigenschaften, dann hast du zur Erreichung deiner SMART-Ziele nun den SMARTEST-Plan geschaffen. Jetzt ist es Zeit, ihn umzusetzen!
Ohne konsequente Umsetzung ist natürlich selbst der beste Plan nutzlos. Wenn du deine Ziele und deinen Plan nach den hier beschriebenen Prinzipien gestaltet hast, dann sollte es nicht schwer sein, ihn erfolgreich zu verwirklichen. Vielmehr sollte es Spaß machen, bald schon erste messbare Ergebnisse zu sehen, die dich Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat deinen Zielen näher bringen.
Abschließend also noch ein paar Tipps für die erfolgreiche Umsetzung deines Finanzplans:
- Stelle sicher, dass du deine Ziele und Maßnahmen schriftlich erfasst hast, und täglich siehst. Ein One-Pager an der Wand im (Home-)Office wirkt Wunder.
- Integriere die Maßnahmen in deinen Alltag, und nutze dafür die passenden Hilfsmittel (z.B. Haushaltsbuch). Automatisiere Vorgänge wann immer es möglich ist (z.B. Sparplan).
- Mache dir feste Termine im Kalender, an denen du deinen Fortschritt misst. Du solltest dies mindestens monatlich machen. So geben dir positive Ergebnisse neue Energie, und du kannst rechtzeitig dagegenwirken, wenn du vom Kurs abkommst.
- Belohne dich, wenn du deine Ziele übertriffst. Hast du über drei Monate hinweg mehr gespart oder eingenommen, als du vorhattest? Dann nimm die Hälfte dieses Überschusses und leiste dir etwas, worauf du richtig Lust hast. Danach kannst du dir überlegen, ob es Zeit ist, deine Ziele nach oben anzupassen…
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Fußnoten:
1. Most Americans don’t have a financial plan, and many think their wealth doesn’t deserve one (businesswire.com)
2. Wie man sich finanzielle Ziele setzt und daran festhält (focus.de)
3. Die soziale Situation in Deutschland: die Vermögensverteilung (bpd.com)
Ziele
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